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Raue Nacht – perfekter Tag? WILLKOMMEN im neuen Jahr

Das neue Jahr ist da. So, wie das alte Jahr auch da war, nur dass es jetzt ein Neues ist. Neu, anders, unverbraucht. Mit Potenzial für perfekte Tage. Mit den Raunächten davor, in denen die geistige Welt näher an uns heranrückt, bzw. die Grenzen durchlässiger werden oder so ähnlich. Ich hab mal versucht zu erspüren, was daran so anders ist, konnte aber nichts feststellen. Muss an meiner Schwingung liegen. Irgendwo zwischen Alpha und Beta: die Frequenza Banausa. Trotzdem habe ich mir 13 Wünsche notiert. Wenn man sich an das Ritual hält, hätten diese Wünsche – auf Notizzettel verfasst und zur Unkenntlichkeit gefaltet – wild durcheinander gemixt werden sollen, um in der Zeit vom 25.12. bis zum 06.01. einer nach dem anderen verbrannt zu werden. Auf ins Fegefeuer, wie gruselig! Aber wahrscheinlich darf ich das nicht so eng sehen. Weil es quasi zum Einmaleins des Loslassens gehört. Oder? Ich hätte die Wünsche ja auch verscharren können … Damit sie von Regenwürmern angeknabbert werden? Keine erfreuliche Variante. Aber nach Sarg-Bau mit Grabstein war mir nicht. Jedenfalls wären die Wünsche jetzt normalerweise im Nirwana. Oder im Universum. Und somit für alle, die mit genialer Vergesslichkeit gesegnet sind so wie ich, der Kontrolle entzogen, ob sie sich erfüllen, womit eine Quelle späterer Unzufriedenheit eliminiert wäre. Was für ein Schachzug.

Alles auf Neu – Wünsch dir was!

Einer … einer der dreizehn Wünsche wäre übrig geblieben. An dem muss man selbst arbeiten. Ich rücke meine kleine Narrenkappe zurecht und denke: Muss man das nicht sowieso? Immer?  Wie funktionieren die Energien, wenn das Universum sich an manchen Tagen mehr verbindet als an anderen (Nicht umgekehrt? Also Wir verbinden uns in den Tagen der Ruhe etwas mehr?) und ein Opfer braucht (?), um bei der Wunscherfüllung behilflich zu sein?
Jedenfalls hat der Banause in mir sich die Wünsche in ein Heft notiert, in das ich nur ab und zu hineinschaue. Hallo Universum: Schach as Schach can. Ich muss ja nicht an meinen Wünschen kleben wie ein verschwitztes T-Shirt am Körper nach dem Joggen, oder? Somit hätte ich auch freundlichst losgelassen. Etwas  närrisch vielleicht, aber … ich habe losgelassen.

Alles auf Anfang – oder vielleicht doch auf Ende?

Und wie soll das jetzt gehen, wenn ich in das Heft nicht reinschaue? Was ist mit dem einen Wunsch? Ganz einfach: Der geht so tief, dass das Gefühl dazu immer da ist. Keine Aufzeichnung, kein verbrannter Zettel, kein Heft ist dafür vonnöten. Die Vorstellung, er wäre bereits umgesetzt, kultiviere ich jeden Tag morgens und abends.
Die Konzeptefrau von gestern hätte sich jetzt hingesetzt, Schritte geplant und To-Do-Listen erstellt, nicht zu vergessen den Plan B. Aber ich habe sie über den Jahreswechsel in den Schrank gesperrt, zusammen mit der Marketingfachfrau, die dieses Verlies schon kennt. Wenn ich nicht aufpasse, rasselt sie wild mit ihren Ketten und mosert: „Wo ist der Nutzen? Wer braucht das? Wer will das hören?“ Doch mit jeder morgen- und abendlichen Kultivierung meines Hauptwunschgefühls tankt sie etwas mehr Ruhe, weil sie spürt, dass sie schon noch drankommt. Nur eben nicht jetzt. Doch die Konzeptefrau motzt, denn sie hat im Internet gehört: „Schaut, was eure Ziele sind. Und dann brecht sie so langsam runter, bis ihr da angekommen seid, euch zu fragen, was ihr heute schon dafür tun könnt.“ Sie möchte so gern zurück zu der Planung von A bis Z, von Alpha bis Omega. Weil sie das durch jahrzehntelanges Training richtig gut beherrscht. Bei Z anzufangen ist ein Paradigmenwechsel – so, als würde man das Pferd von hinten aufzäumen – nicht angesagt in einer Welt, wo das preußische Zackzack noch immer in den Genen zu sitzen scheint und – Augen geradeaus! –  bei A beginnt. Aber da ich nun mal den Stahlhelm mit der Narrenkappe getauscht habe, nehme ich mir die Freiheit, an der Stellschraube der Regeln ein wenig zu drehen – nur ein Mini-µ, also ein Mini-Müh(e)  – und mich in ein Bad der Herzensenergie zu schmeißen, indem ich auf „Z“ schaue. Und was soll ich sagen: Leute, so ein Z ist O(h)-MEGA! Ein energetisches Vision-Board, das gern für mehrere Jahre herhalten kann.
Und sollte das mit den Wünschen und Zielen für dieses Jahr (!) doch nicht so super geklappt haben (ich bin in Wahrheit ein lausiger Schachspieler), dann werde ich im nächsten Jahr nicht verpassen, die Magie der Raunacht-Rituale zu durchleben und die Vorstellung vom Fegefeuer mit dem Feuer zu verbrennen, in das die Zettel dann fliegen.

Perfekt oder nicht perfekt?

„Um besser an deine Ziele heranzukommen, frage dich, was du am Ende deines Lebens alles erlebt haben willst. Oder frage dich auch, wie ein perfekter Tag aussieht.“ Ich las diese Einladung mit gemischten Gefühlen und fühlte die Garderobe von Anno Puck: Stahlhelm und preußische Uniform. „Echt jetzt?“, fragte der kleine Soldat, der mit gespitztem Bleistift zum Diktat des Lebens angetreten war. Nicht, dass er das Ende des Lebens fürchten würde. Nach all den Schlachten … Er dachte blitzartig daran, dass er immer schon mal gern mit Delfinen geschwommen wäre. Wenn es sich ergäbe. Hat sich nur leider noch nicht ergeben. Nebensache also. Oder Luxus. So wie der perfekte Tag auch. Wer oder was ist schon perfekt? War „perfekt“ nicht die Rüstung, die er gegen das Narrengewand hatte eintauschen wollen? In hehren Zielvorstellungen, geboren in rauen Nächten, kamen perfekte Tage als ein 24-Stunden-O(h)MEGA jedenfalls nicht vor.
„Stell dir vor, du gewinnst im Lotto“, kicherte der Narr dem Soldaten ins Ohr. Und plötzlich war er wieder da: ein jahrelang hinter mir gelassener Moment im Leben, als ich erkannte, dass ich keine Million brauchte, um eine Idee zu manifestieren, die mir beim Gedanken an einen Lottogewinn in den Sinn kam. Vertrauen in das, was ist, und das, was kommt, kann einen Tag schon perfekt machen.

Perfekt: Alles auf Neu – jeden Tag

Unfassbare Dankbarkeit befällt mich. Plötzlich sind beide verschwunden: der Soldat und der Narr. Auf meinem Kopf weder Helm, noch Narrenkappe sondern einfach nur Haare, durch die der Wind streicht. Das neue Jahr ist da. Neu, anders, unverbraucht. Mit dem Potenzial für perfekte Tage. Wir brauchen täglich ein neues, frisches Jahr. Und was für ein Wunder: Wir kriegen es auch. Und dann denke ich doch noch darüber nach, wann ich mit Delfinen schwimmen könnte. Dieses Jahr wird es leider nicht mehr klappen. Aber in zwei oder drei Jahren … Ohne Helm und Narrenkappe stehen die Chancen nicht schlecht.

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