Gesellschaftliches

Heim

Er schließt die Tür ganz leise, denn diese Lebensweise
bringt ihn seit langem in Bedrängnis.
Der Brei als Altenspeise wär Grund genug zur Reise,
die Sicht vom Fenster ein Gefängnis.

Die Frau an seiner Seite sagt, dass sie ihn begleite
und dass die Hochzeit lange her.
Er fragt sie: Was bist du? Wer?
Nichts als ein Scheiß-Lügenmeer.

Er will nur weg. Ganz einfach heim. Nach Haus. Er flieht.
Die Sehnsucht nach Vertrautem zieht
ihn weiter Schritt für Schritt voran.
Die Nacht ist kühl, er friert, es geht nicht ganz nach Plan.
Doch ein Gefühl im Müdesein:
Bin bald daheim!

Manchmal war’s fast beim Alten, er hat im Arm gehalten,
die Frau, die ihn damals entzückte.
Dann gab es Tee mit Kuchen, Kinder, die ihn besuchen,
doch eine Nähe, die erdrückte, denn verrückt:

Sie ließen ihn nicht gehen, er müsse schon verstehen,
er sei zu Hause wie erklärt.
Zu kalt, zu spät, um zu gehn,
ihm solle ja nichts geschehn.

Er hat dagegen aufbegehrt.

Er will nur weg. Ganz einfach heim. Nach Haus. Er flieht.
Die Sehnsucht nach Vertrautem zieht
ihn weiter Schritt für Schritt voran.
Die Nacht ist kühl, er friert, es geht nicht ganz nach Plan.
Doch ein Gefühl im Müdesein:
Sehr bald bin ich daheim.
Ich bin wirklich bald daheim!

Plötzlich vor ihm im Mondlicht, ein Schatten, der zu ihm spricht:
„Komm mit, wir gehen jetzt nach Haus.
S‘ist viel zu kalt, wie siehst du aus?
Komm heim, ich breite meine Arme nach dir aus.“

Previous Post Next Post

You Might Also Like

Powered by themekiller.com