Glückliches

Zugvogellicht

Jetzt
die Flügel ausbreiten und gen Süden fliegen
wie Störche in der Zugvogelzeit,
wenn der Wind ruft und das Gemecker der Ziegen
ihnen sonstwo vorbeigeht, denn weit und befreit
ist ihr Blick und ihr Herz und das Ziel.
Und bei so viel Weite hält mich nicht mehr viel.
Wenn Kälte mich jagt, jeden Herbst muss es sein,
flieg ich in die Wärme, zu dir, mein Daheim.

Du singst mich zu dir, du liebst mich herbei,
und was andere sagen, ist dir einerlei.
Du atmest den Frühling, der Sommer verspricht.
Du bist meine Weite, mein Zugvogellicht.

Auf
den Schwingen Glück tragen – was noch übrig ist davon.
Die kleinen Sterne leuchten immer,
während die große Sonne untergeht – Illusion verjagt vom Thron,
in letzten Paradiesen könnten wir vor Glück zerfließen.
Stattdessen
fensterlose Zimmer mit allgemeinem Web-Geflimmer
und täglich müssen wir genesen
an diesen Wänden in unsrem Wesen.

Jetzt
die Flügel ausbreiten und gen Süden fliegen
wie Störche in der Zugvogelzeit,
doch seit ich dich kenne, kommt der Wunsch zum Erliegen,
ich müsse woanders sein – Hauptsache weit!
Wenn Kälte mich jagt, ab und an fällt‘s ihr ein,
dann schau ich dich an und fühl mich daheim.
Du trägst so viel Wärme und Weite im Blick.
Wohin ich auch geh, mich zieht’s immer zurück.

Du singst mich zu dir, du liebst mich herbei,
und was andere sagen, ist dir einerlei.
Du atmest den Frühling, der Sommer verspricht.
Du bist meine Weite, mein Zugvogellicht.

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